Konzert von JISR und Podiumsdiskussion im ubo9
Am Freitag, den 30.1. lud die Lichterkette e.V. zu „Zwischen Noten und Nachbarschaft“.
In den Räumlichkeiten des Kulturzentrums ubo9 in Aubing – mit seinem Industriecharme wie gemacht für Veranstaltungen – fanden sich vor allem Nachbar:innen aus dem 22. Stadtbezirk zusammen, um dem wunderbaren Konzert von JISR zu lauschen.
Bandleader Mohcine Ramdan lud das Publikum auf eine musikalische Reise ein: Mit Gnawa-Perkussion, der nordafrikanischen Gembri – dem dreiseitigen „Ur-Bass“, Gesang und Bassklarinette verwoben sich die Klänge von Wüste und Pusta, entstanden traditionelle Melodien in neuem Kontext und knüpfen ein Band über die Kontinente hinweg.
Anschließend bat die Moderatorin Sarah Bergh zum Gespräch auf die Bühne. Aus dem Viertel waren Julia Irländer vom Feierwerk.Boom (offene Jugendarbeit) in Freiham zu Gast und Politiker Sebastian Kriesel (Vorsitzender des BA 22). Dr. Mohcine Ramdan und Prof. Dr. Christine Dettmann (Musikethnologin) vervollständigten die Runde.
Es entspann sich ein faszinierendes Gespräch über die Möglichkeiten mit Musik Begegnung und Verbindungen zu schaffen, Dingen Ausdruck zu verleihen, die sich nicht in Worte fassen lassen; über die Notwendigkeit des gegenseitigen Verständnisses in Zeiten, in denen Mißgunst, Hass und Hetze immer mehr Raum einnehmen; über die Möglichkeit, sich einfach „Sein“ zu lassen und einander ohne Erwartungshaltung, ohne „Auftrag“ zu begegnen. Nachbar:innen aus Freiham und Aubing sowie Kulturschaffende aus dem Bezirk, stiegen in die rege Diskussion mit ein, tauschten sich aus, äußerten Bedenken und Möglichkeiten. Am Ende blieben viele Fragen und keine Lösungen, aber Inspirationen, sich verbindende Gedanken und ein Gefühl des Beginns von etwas noch nicht ganz Fassbarem.