Projekte für Jugendliche und junge Erwachsene in
den Bereichen Antidiskriminierung

Gruppenbezogene Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit stellen nach wie vor ein wachsendes Problem dar, insbesondere unter Jugendlichen. Ein wesentlicher Faktor hierfür ist der Mangel an Diskursräumen und die Notwendigkeit, sich mit den Meinungen anderer auseinanderzusetzen. Durch Algorithmen in sozialen Medien bewegen sich viele Menschen zunehmend in Umfeldern, die ihre eigene Meinung widerspiegeln oder diese sogar in extreme Richtungen lenken. Gleichzeitig bestehen weiterhin rassistische und diskriminierende Ressentiments in vielen gesellschaftlichen Bereichen, was zu Nachteilen und Leiden der Betroffenen führt – ein Problem, dem in der Gesellschaft oft nur wenig Bewusstsein entgegengebracht wird.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat die Lichterkette e.V. von Februar bis Mai 2025 intensiv mit Bildungsreferent:innen zusammengearbeitet und einen Antidiskriminierungs-Workshop durchgeführt.

Die Ziele dieses Workshops sind:

1.

Selbstreflexion: Durch eine methodisch angeleitete Auseinandersetzung mit dem soziologischen Prozess der Zuschreibung von Eigenschaften basierend auf sichtbaren Merkmalen soll die Selbstreflexion angeregt werden. Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Meinungen unterschiedlich sein können.

2.

Empathie: Die Reflexion über erlebte Diskriminierung führt zu Erzählungen, die Empathie bei anderen im Klassenzimmer wecken sollen. Zusätzlich werden die Videos der Aktion „Mensch.Deutschland“ als Input genutzt. Der Workshop soll dabei von der individuellen Ebene auf die gesamte Gesellschaft übertragen werden.

3.

Empowerment und Solidarität: Die Schüler:innen sollen erfahren, dass sie als Gemeinschaft mehr erreichen können als allein. Es soll gemeinsam überlegt werden, welche Veränderungen in ihrem Umfeld nötig sind und wie diese umgesetzt werden können. Ein weiterer Aspekt ist die Stärkung des Selbstwertgefühls.

Im Jahr 2025 fanden insgesamt vier Workshops (jeweils 2 Stunden) statt:
28.02: Workshop mit 25 Schüler:innen der 6. Klasse der Mittelschule an der Ichosstraße, davon 60% mit Migrationshintergrund
12.03: Workshop mit 25 Schüler:innen der 6. Klasse der Mittelschule an der Ichosstraße, davon 60% mit Migrationshintergrund
09.04: Workshop mit 19 Schüler:innen aus gemischten Klassen der internationalen Montessori-Schule Campus di Monaco, davon 50% mit Migrationshintergrund
30.05: Workshop mit 20 Teilnehmer*innen des Beruflichen Fortbildungszentrums (18 – 25 Jahre), davon 30% mit Migrationshintergrund

Entwicklung zweier neuer Antidiskriminierungsworkshops ab Grundschulalter

Auf Basis der bisherigen Workshopformate, war unser Ziel, die Bildungsarbeit weiter auszubauen. Wir erarbeiteten ein neues, kompakteres Konzept, orientierter an den Bedarfen und organisatorischen Herausforderungen der Schulen. Auf dessen Grundlage entwickelten wir mit zwei neuen Referent:innen ein Angebot, dass sich flexibel an verschiedene Altersklassen anpassen lässt und auch bereits für die Klassen der Grundschule geeignet ist.