Während es morgens noch geregnet hatte, zeigte sich der Nachmittag am Samstag, den 5. September von seiner besten Seite. Bei spätsommerlich sonnigem und warmem Wetter trafen ein Teil des Quergesang (Münchner Gewerkschaftschor) zusammen, um mit uns von der Lichterkette eine musikalische Intervention im öffentlichen Raum durchzuführen. Geplant war ein spontanes Ständchen zum Mitsingen und Mitdenken.
Begleitet von Akkordeon wurde „Bella Ciao“ mehrfach angestimmt und mithilfe der verteilten Liedzettel auch freudig mitgesungen. Bruder Jakob wurde in „Bruder Michel“ umgedichtet und „Hörst du nicht die Glocken“ in „Hörst du nicht die Reden“. Aktuelle politische Entscheidungen und Debatten wurden angesprochen, wie die Kürzung der Sozialleistungen, Einschnitte durch die Rentenreform und der sich erhöhende Druck auf Arbeiter:innen und Angestellte, während zeitgleich Arbeitnehmerrechte abgebaut werden. Rassismus und Diskriminierung wurden als Probleme unserer Zeit genannt und der Rechtsruck und seine Gefahr für die Demokratie zog sich als Thema sowohl durch die Liedtexte wie auch durch die angestoßenen Gespräche. All dies jedoch mit einem positiven Unterton, einer kraftvollen Aufforderung: Tut etwas! Schaut nicht weg! Engagiert euch, für eine solidarische Gesellschaft!
Von den Umstehenden sangen einige mit, andere setzen sich dazu um zuzuhören, wieder andere kamen mit uns oder untereinander ins Gespräch. Manche standen im Hintergrund, in sicherer Entfernung – andere liefen interessiert vorbei und verweilten nur kurz.
Wir sind froh, so viele Ohren und Augen erreicht zu haben. Danke an Alle, die spontan mitgemacht, zugehört und mitgedacht haben!
Vielen Dank den engagierten Mitgliedern des Quergesang Chor für ihre Musik, die gute Kooperation und dafür, dass sie ihre Stimmen laut und klar gegen soziale Ungerechtigkeit und Diskriminierung erheben.
Vielen Dank auch Walter Kunz vom Stemmerhof, für seine vorbehaltlose Unterstützung unserer Idee – ohne ihn hätte die Aktion nicht stattfinden können.
